10.01.2017

Unterstützung Familienzusammenführung einer somalischen Familie

Übernahme der Flugkosten ermöglicht das Wiedersehen zweier somalischer Kinder mit ihrer Mutter

Glücklich darüber, ihre beiden Kinder (7 und 6 Jahre) nach 4 Jahren, in denen diese in Addis Abeba leben mussten, wieder bei sich zu haben, freut sich die junge somalische Mutter, die zur Zeit in Hohenems wohnt.

 

Zur Geschichte - Michael Zündel berichtet

Vor ca. 4 Jahren ist die Familie Elmi Abdullahi 
aus Somalia geflüchtet. Nachdem der Vater getötet worden war, floh die Mutter mit ihren 9 Töchtern aus ihrem Land, da sie Angst hatte, dass diese von den Milizen vergewaltigt und misshandelt werden würden. Eine der Tochter ist Hindi, sie hat inzwischen in Österreich Asyl erhalten und lebt in einer kleinen Wohnung in Hohenems. Sie ist jetzt 22 Jahre (!!) alt und musste bei ihrer Flucht aus Somalia ihre Kinder, einen Sohn (jetzt 7 J.) und eine Tochter (jetzt 6 J.) bei Verwandten in Addis Abeba zurücklassen. Ein weiteres Kind schaffte die Flucht damals nach Äthiopien nicht, zu diesem hat sie seither keinen Kontakt mehr, da dies in Somalia nach der Flucht nicht mehr möglich ist!

Anfang des Jahres 2016 verstarb die Tante der Kinder in Addis Abeba, der Vater ist abgetaucht, die Kinder standen völlig ohne Bezugspersonen da. Eine ihrer Schwestern reiste von hier nach Addis Abeba, um sich in der Übergangsphase um sie zu kümmern, und in dieser Phase begegnete ich während meines Einsatzes im Mai den Kindern und der Schwester von Hindi! Ich konnte sehr kurzfristig organisieren, dass die Kinder für die Dauer der Abwicklung des Ausreiseverfahrens eine geeignete Person zur Aufsicht erhielten, die bereit war, sie zu sich zu nehmen!

Der Prozess dauerte von Mai bis jetzt Anfang November, erst nach vielen Hürden und letztlich schickanösen Zusatzauflagen seitens der somalischen Behörden in Addis Abeba und der Zollbehörden in Istanbul während des Transferaufenthaltes nach München konnte die Mutter ihre beiden Kinder nach 4 Jahren hier bei uns wieder in die Arme schließen und ihnen ihr kleines Geschwisterchen, 1 Jahr alt, vorstellen (übrigens der Grund, weshalb sie selbst nicht reisen konnte!).

Neben den ganzen Behördenkosten avancierten die Flugkosten für die Kinder hierher und die Tante, die sie abholen musste, vor allem, weil diese Flüge mehrmals umgebucht werden mussten, zu einer Summe, die die Mutter nicht zahlen hätte können und die ihr daher vorgestreckt werden musste. Es sind insgesamt fast 2.200 Euro geworden mit all den Umbuchungen! Diesen Betrag hat der Lionsclub Rheintal amKumma übernommen und damit der jungen Mutter zumindest eine der finanziellen Sorgen abnehmen können, wofür diese sehr dankbar ist!